Musik ist für mich kein Beruf, sondern eine Lebensaufgabe. Bis heute unterrichte ich mit unveränderter Freude und tiefer Leidenschaft. Mein Credo als Musiklehrer: Nur wer selbst als aktiver Musiker auf der Bühne steht und eigene Projekte realisiert, kann lebendigen, inspirierenden Unterricht bieten.
Meine musikalische Reise begann lange vor der Digitalisierung – eine Ära, die heute in meinem privaten Archiv in zwei großen Schränken voller analoger Zeitzeugnisse, Tondokumente, Verträge und Zeitungsartikel (seit 1988 u.a. Miesbacher Merkur, Süddeutsche Zeitung oder dem Gelben Blatt) dokumentiert ist.
Schon in meiner Jugend kam ich durch meinen Vater, der als Konzertarzt Rockgrößen wie die Rolling Stones oder Paul McCartney betreute, früh mit der internationalen Musikwelt in Berührung. Den entscheidenden Impuls gab mein Musiklehrer am Gymnasium Miesbach, Hennes Hering (Mitbegründer der Deutschrock-Band Sahara). Unter seiner Regie brachten wir Mitte der 80er Jahre ein Musical von Andrew Lloyd Webber auf die Bühne, das uns sogar auf ein Gastspiel nach Twekesbury (England) führte.
Es folgten prägende Lehrjahre: Studium der Musik, Klavierunterricht beim Schweizer Pianisten Rio Gregory noch während der Schulzeit und die Zusammenarbeit mit Ausnahme-Gitarristen wie Karl Ratzer und Dan Aldea, die mich nicht nur unterrichteten, sondern zu engen musikalischen Weggefährten wurden.
Ab Anfang der 1990er Jahre festigte sich mein Weg als Pädagoge und Live-Musiker:
Ich unterrichtete an der Musikschule Ohrwurm in München (damals verbunden mit der Neuen Jazzschool München e.V.) und gab ab 1991 als Dozent bei den Münchner Rock Blues Jazztagen im Münchner Feierwerk und Hansapalast stark frequentierte Workshops zur Spielweise von Eric Clapton und Jimi Hendrix. Dort spielte ich auch mit Nick Woodland, Wolfgang Schmidt und Ali Halmatoglu (Ali Khan) als Dozentenkollegen auf den allabendlichen Konzerten.
Darüber hinaus arbeitete ich fest an der Camerloher Kreismusikschule in Murnau. Ende der 90er Jahre unterstützte mich auch der bekannte Musiker und Beatles Freund Klaus Voormann. In puncto Pädagogik im Unterrichtswesen für Rock und Pop war ich damit meiner Zeit weit voraus und konnte durch diese Pionierarbeit und Progressivität später erfolgreich Projekte mit dem Pop & Rockzentrum Oberbayern (PRO) für den bayerischen Rockintendanten Bernd Schweinar realisieren. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass Rock- und Popmusik überhaupt als offiziell förderungswürdige Kultur anerkannt wurde, die Popularmusikförderung einen Stellenwert im öffentlichen Raum bekam.
Als Gitarrist der Rockabilly Band The Good Rocking Daddys begleiteten wir u.a. den Rockabilly-Star Freddy Fingers Lee, spielten bei der Einweihung des Flughafens München-Freising sowie auf dem Marienplatz zur 800-Jahr-Feier der Stadt München. Der Radiomoderator Georg Kostya spielte im bayerischen Rundfunk regelmäßig auch unsere eigenen Titel in der Kultsendung Aus meiner Rocktasche und verschaffte uns dadurch den einen oder anderen Auftritt. Am Oktoberfest waren wir Mitte der Neunzigerjahre eine der ersten Bands, die im Ammerzelt ab 1997 Rock and Roll spielten, was damals wirklich innovativ war. In dieser Zeit jamte ich auch im Village in Habach öfter mit dem bekannten Gitarristen Frank Diez, der als Jugendlicher 1966 in einer Vorband für Jimi Hendrix spielte – das hat mich tief beeindruckt.
Ende der 90er und Anfang der 2000er Jahre spielte ich intensiv mit Franz Trojan, Mitbegründer und Schlagzeuger der Spider Murphy Gang und Dan Aldea, Sänger und Gitarrist der rumänischen Kultformation Sfinx in der Band The Zeitgeist. Neben einer gemeinsamen CD, gemeinsamen Auftritten über die Jahre und einem dokumentierten Gastkonzert im Münchner Lustspielhaus am 1. Juni 2003 (u. a. mit Günther Sigl und Otto Stanilou von der Spider Murphy Gang) fand unsere Zusammenarbeit auch Erwähnung in Trojans Buch HAUPTSACHE LAUT!. Später habe ich für den bekannten Komponisten Kristian Schultze im Studio gearbeitet. Dieser spielte in den siebziger Jahren für Klaus Doldinger's Passport und ist ein Urgestein der deutschen Studio und Musikszene.
Ab 2003 übernahm ich die musikalische Leitung des PRO), ein vom Bezirk Oberbayern gefördertes Modellprojekt, das später von der Gemeinde Otterfing mitgetragen und mit der Neuen Jazz Schule e.V. ( in München-Pasing) kooperierte. Diese Arbeit erlaubte es mir, moderne pädagogische Konzepte zu entwickeln. Ein Höhepunkt war hierbei 2009 ein Konzert für den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Das Pop und Rockzentrum Oberbayern wurde mehrmals für den Bayerischen Rockpreis, später Pick up Preis, nominiert. Wir haben durch das Pop und Rockzentrum und den damit verbundenen Lehrgängen Arbeitsplätze für die Musikbranche geschaffen und vielen semi-professionellen Musikern in Oberbayern geholfen.
Im Jahr 2023 wurde ich für die 20-jährige Leitung des Instituts offiziell von bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner öffentlich geehrt.
Meine Leidenschaft für Musik reicht jedoch noch weiter zurück: Durch die Verwandtschaft zum barocken Kirchenmusiker Johann Speth (1664 – 1728) aus Speinshardt in der Oberpfalz, beschäftige ich mich viel mit Barockmusik und Kirchenmusik und pflege sein Andenken.
Auch heute stehe ich mitten in der Praxis:
Unter der Schirmherrschaft des damaligen Landrats Olaf von Löwis habe ich in Zusammenarbeit mit dem Kulturvision e.V. junge, aufstrebende Talente in Workshops gefördert und sie auf ihrem musikalischen Weg begleitet.
Unterstützt vom Bezirk Oberbayern war ich bei diesem Kulturfestival mit verschiedenen Workshops aktiv. Neben Kursen für Beatboxing und Rap für den Kreisjugendring Miesbach stand hier vor allem der interkulturelle Austausch im Fokus: Gemeinsam mit senegalesischen Musikern an Trommeln und Djembe habe ich das traditionelle nordafrikanische Instrument Guimbri (auch Sintir oder Halou genannt) auf die Bühne gebracht.
Seit 2024 führe ich dort regelmäßig handgebaute Meisterinstrumente für Aussteller vor – unter anderem 2025 und 2026 für den renommierten Gitarrenbauer Joe Striebel Guitars. In den nächsten Jahren wollen wir eine klassische Nylon Signature Gitarre präsentieren, die neue Innovationen mit Zeitgeist vereint.
Ein absoluter Höhepunkt war meine jüngste Arbeit in den legendären Londoner Studios. Dort betreute ich ein Projekt für meinen verstorbenen Freund Dan Aldea, an der Seite des Star-Tontechnikers Chris Bolster, der bereits mit Weltstars von Metallica über Rihanna bis Eric Clapton gearbeitet hat.
All diese unschätzbaren Erfahrungen – vom handgemachten Rock and Roll der 80er bis hin zu originellen Studioproduktionen in den Abbey Road Studios – fließen Tag für Tag in meinen Unterricht ein. Sie zeigen meinen Schülern, wie viel Freude, Tiefe und Lebendigkeit in der Musik stecken kann.
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